Existenzphilosophie nach Heidegger

 

 

Die Existenzphilosophie nach Martin Heidegger

 

 

  • Biographische Daten
    • 1889 in Meßkirch geboren
    • verbringt sein Leben im Schwarzwald und in Freiburg
    • lebt auf einem Berg in einer einfach ausgestatteten Hütte
    • H. arbeitete erst als Dozent in Freiburg und dann als Professor der Philosophie in Marburg
    • Seine Schüler sind heute Theologen, Philosophen und andere Wissenschaftler
    • H. befasst sich mit der Ontologie
    • H. war ein überzeugter Nazi und auch der Partei angehörig
    • Er übte großen Einfluss auf seine Schüler und vermittelte auch diesen rassistisches Gedankengut in seinen Vorlesungen wegen diesem Irrtum büßt er später sein Lehramt ein und entfernt sich von der Politik und der Öffentlichkeit
    • er tritt nur noch in esoterischen Kreisen auf
    • Heideggers Philosophie ähnelt der Grundinterpretation Jaspers
  •  

    • Grundlegende Gesichtspunkte
  • A.

     

    2.1

    • „Existenz“ ist das unbedingteste Seinszentrum im Menschen
    • innersten Pol des eigenen Seins
    • nicht nur die bloße Tatsache, dass der Mensch ist, gemeint, sondern das
    • „Dasein„
    • Existenz ist eine Möglichkeit, welche der Mensch ergreifen oder verfehlen kann.
    • bis zu seinem Ende lebt der Mensch in der uneigentlichen Existenz, des bloßen Daseins
    • das eigentliche Existieren erfordert nicht bloß wertmäßige, oder vitale Steigerung des Lebens, sondern eine gänzliche Umkehr des Menschen.
    • Ein Sichzurückholen aus der „Verfallenheit“ des Alltags
    • die Eigentlichkeit des Selbstseins
  • 2.2
    • H. bezeichnet es als einen Kampf gegen die „ natürliche Einstellung“
  • 2.3
    • -  Der Mensch ist kein Ding, sondern ein Wesen dem es um das eigene Sein geht und um das Verhältnis zu sich selbst
    • darin äußert sich die Existenz
  • 2.4, 2.5
  • -  die heideggersche Problemstellung lautet:

    • Was ist der Sinn vom Sein? Wo wird dem Menschen das Sein zugänglich, nach dem er fragt?  zentralen Fragen
    • -  im Alltag oft gebraucht, z.B. „Das Wetter ist schön„
    • -  Jedoch nur in begrifflichen Ausprägungen, wenn wir „ Sein“ verstehen, aber den eigentlichen Begriff des Seins entbehren
    • diese grundsätzlichen, allgemeinen Fragen bringen ein sich Auseinandersetzen mit dem konkreten mit sich
  • 2.6
    • -  das menschliche Seinsverständnis ist der Ausgangspunkt um das Seinsproblem zu behandeln
    • in jedem Menschen waltet Seinswissen
    • Mensch = Ort des Verstehen des Sein
    • -  Er spricht von „In-der- Welt-sein“ und von „Mitsein mit Menschen„
    • der Mensch existiert unter anderen Seienden“
  • 2.7
    • -  H. nennt seine Untersuchung „ Fundamentalontologie“
    • -  hierbei ist der Mensch nicht das Untersuchungsobjekt, sondern ein Durchgangs-medium zum Zweck der Gewinnung eines Seinsbegriff
    • in dem Fall steht nach existenzphilosophischen Grundeinstellungen die Endlichkeit des Menschen im Vordergrund
  • 2.8
    • -  H. bezeichnet den Menschen in all seinem Tun und Lassen als „ In –der –Welt-sein“
    • oder die Welt „draußen“
  • 2.9
    • - Grundcharakter der Existenz:
    • Existenz ist vielmehr eine gleichzeitige Beziehung zu sich selbst zu
    • Die Charakterisierung des Menschen als eines Seienden, dem es um das eigene selbst geht, wird später „ Sorge“ genannt
  • 2.10
    • -  dem Menschen geht es nach H. um das eigene Sein, diese Grundlage könnte zu der Annahme führen, dass Menschen mit Ihren egozentrischen Einstellungen den Ausgangspunkt für H. Analyse bilden
    • -  Dieses ist jedoch nicht so, denn im existenziellen Sein ist die Beziehung zu Welt wesentlich
    • Es ergibt sich die prinzipielle Möglichkeit dass das Selbstsein erst durch Hingabe an andere gewonnen wird
  •  

     

    B.

     

    2.11 Das Sein als Horizont

    • Mit der Frage nach dem Sein wagt sich der Mensch an den Rand völliger Ungewißheit. Das Sein bildet den Horizont des Erkennens.
  • 2.12 Die Möglichkeiten

    Der Mensch steht in der Fülle seiner Möglichkeiten, dieses Spektrum ist weitaus größer, als er annimmt.

     

    2.13 Die Individualität

    • Das Sein eines jeden wird immer auch von dessen Standpunkt beleuchtet. Das bedeutet, dass das Sein des Seienden „ je meines“ ist.
  • 2.14 Von der Angst über die Verzweiflung zur Möglichkeit der Existenz

    • Durch die tragische Grundstimmung offenbart sich dem Menschen die unbestimmte Angst. Das Aushalten der Angst ist grundlegende Voraussetzung um zur eigentlichen Existenz zu kommen.
  • 2.15 Der Tod

    • Die unbestimmte Möglichkeit des Todes (er tritt zwar ein, aber wie, ist unbestimmt), bildet die Grundlage für die Begriffe „eigentliche Existenz“ und „Endlichkeit“.
  • 2.16 Tod und Zeit

    • Der Tod tritt in der Zukunft ein, spielt aber bereits in der Gegenwart eine große Rolle. Daraus ist zu Schließen, dass im Wesen der Zeit die Rückbezogenheit der Zukunft auf die Vergangenheit liegt.
  • 2.17 Sorge, Schuld und Gewissen

    • Durch die eigenwillige Auslegung obiger Begriffe, kamen Kritiker dazu, Heidegger als abtrünnigen christlichen Theologen zu sehen.
    •       Das Nichts
    • Das Sein wird vom Nichts abgegrenzt, von der Stimmung der Angst, es offenbart sich durch die Angst und durch das Nichts hindurch. Das Hinausgehen über sich selbst und über die Angst führt hin zur eigentlichen Existenz.
  •  

    • Die Ontologie des endlichen Daseins
  • 3.1 Seinsprobleme und „in-der-Welt-Sein“

    • Der Mensch hat zu sein, es ist ihm aufgegeben. Er ist Dasein, das nicht nur ist, sondern dem es immer auch um dieses sein Dasein geht.
    • - Die Grundverfassung des Daseins ist das „In-der-Welt-Sein“.
      • - Eine Seinsart des „In-der-Welt-Seins“ ist das „Besorgen“. Es umfasst Tätigkeiten, wie z. B. etwas unternehmen, ausführen, erledigen, sich etwas beschaffen, aber auch etwas befürchten.
  • 3.2 Das „Man”
    • Das „Man“:   ist das uneigentliche Selbst
        • in ihm geht es um einen Abstand zu anderen
        • es unterdrückt jede Ausnahme
        • nivelliert alle Seinsmöglichkeiten
        • verdunkelt allen ursprünglichen Zugang zu den Sachen
        • schleicht sich vor jeder Verantwortung davon
        • nimmt dem Dasein die Verantwortung ab und entlastet es
        • somit
  • 3.3 Befindlichkeit und Verstehen

    • Unter Befindlichkeit wird die Stimmung verstanden. In ihr erschließt sich dem Dasein die Tatsächlichkeit, dass es ist. Diese Erfahrung stellt sich nicht bloß bisweilen ein, sondern vollzieht sich ständig, weil der Mensch immer irgendwie gestimmt ist. In der Stimmung erfährt das Dasein die Unheimlichkeit der Überantwortung an es selbst  „die Geworfenheit“
    • „Geworfenheit“ ist eine Grundstruktur des Daseins. Das menschliche Dasein findet sich immer schon an einem bestimmten, unverwechselbaren, seinem Wollen entzogenen Ort vor, es ist „geworfen in sein Da“. Es muss sein Dasein übernehmen, ohne um den tieferen Grund des „Woher“ zu wissen.
    • Das Verstehen ist ein zweiter Grundmodus des Daseins. Es bezieht sich auf die Möglichkeiten. Im Gegensatz zur Passivität der Stimmung kehrt das Verstehen eher das aktive Moment hervor. Verstehen im Sinne Heideggers meint „einer Sache gewachsen sein“, „etwas können“.
  • 3.4 Angst und Sorgestruktur

    • Die Angst ist die menschliche Grundverfassung.
    • Sie ist die radikale Erfahrung, in der dem Menschen das Seiende im ganzen entgleitet: er begegnet seinem eigenen Tod.
    • Das „Vorlaufen“ in diese äußerste seiner Möglichkeiten enthüllt dem Dasein seine Verlorenheit in „das Man“ (weil es im Tod keinen Halt an anderen mehr gibt) und bringt es dahin, Selbst zu sein und sich in seiner Ganzheit (zu der auch das Sein zum Tode gehört) zu begreifen.
    • Die Grundstruktur des Daseins ist die Sorge, als Einheit von: Seinkönnen, Geworfenheit und „Man“
  • 3.5 Das Sein zum Tode
  •  - Der Tod ist eine eigenste Möglichkeit des menschlichen Daseins da:

      • er nicht in Vertretung abgenommen werden kann
      • er unbezüglich ist, da er alle Beziehungen zur Welt ausmerzt
    • er unüberholbar ist, weil er die letzte Möglichkeit der lebenden Existenz
    • bedeutet
      • er gewiss ist
      • er unbestimmt ist, bezüglich seines faktischen Eintretens
  • 3.6 Gewissen, Schuldigsein und eigentliche Existenz

    • Das Gewissen ruft zum eigentlichen Sein auf.
    • Das Schuldigsein ist das, was der Gewissenruf offenbar macht.
    • Um die Möglichkeit seiner Eigentlichkeit weiß das Dasein durch den Ruf des Gewissens.
  • 3.8 Die Zeitlichkeit

    • Zeitlichkeit ist die Einheit von Zukunft, Gewesenheit und Gegenwart.
    • Die Betrachtung des Todes ist der Schlüssel um die Zeitlichkeit als Grund und Grenze des menschlichen Seins freizulegen.
  • 3.9 Geschichtlichkeit und Wiederholung
    • Die Geschichtlichkeit ist in der Zeitlichkeit fundiert.
    • Menschliches Handeln erhält geschichtlichen Sinn, indem es sich zur individuellen Einmaligkeit des Gewesenen zurückbiegt und in das noch unentschiedene Dunkel der Zukunft vordringt.
  • 3.10 Existenzialphilosophische Gesamtschau

    • - Der Mensch ist ein:  ungefragt in die Welt geworfenes
    •   endliches
    •   zwischen den Polen Geburt und Tod eingezwängtes
    •   in unaufhellbare Situationen hineingestelltes
    •   im tiefsten Grunde angsterfülltes
    •   nichtiges
          • die Umwelt besorgendes
          • zu den Mitmenschen führsorgendes
          • zu sich selbst sorgend verhaltendes
          • an das Man verloren existierendes
    •     durch das Gewissen aufgerufenes
          • im Aushalten des eigenen Todes das Schuldigsein
          •   übernehmendes
          • durch wiederholendes Aneignen des Gewesenen
          •   seine Geschichtlichkeit ergreifendes Wesen.
  •  

    Der innerste Kern des Menschen jedoch, der all diese Strukturmomente erst in Einheit sehen lässt, ist die Zeitlichkeit. Sie ist das Medium, der Horizont, in dem ein eigentliches Seinsverständnis des menschlichen Daseins zu erreichen ist.

     

     

     

    • Würdigung
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    • Bibliographie
  • Benarroch, Myriam / Grasset, Jean-Baptist: Heiddeger und der Nazismus, in www.editions-verdier.fr/v2/oeuvre-heiddger.html, 23.02.2005

     

    www.dhm.de/lemo/html/biografien/HeideggerMartin/

     

    Weischedel, Wilhelm: Heiddeger oder die Sage vom Sein, in: Die philosophische Hintertreppe, München 1975, S 274 - 283

     

    Stegmüller, Wolfgang: Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie, Kröner- Verlag

     

     

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