Existensphilosphie nach Heidegger

 

Biographie Heideggers: 1

Die Gesichtspunkte der heideggerschen Philosophie. 2

Wohin führt die Frage nach dem Sein?. 4

Die Möglichkeiten. 4

Die Individualität 4

Von der Angst, über die Verzweiflung zur Möglichkeit der Existenz. 5

Geschichtlichkeit 5

Der Tod. 5

Tod und Zeit 6

Analyse von Sorge, Schuld und Gewissen. 6

Das Nichts. 6

Die Ontologie des endlichen Seins. 7

A. Seinsproblem und in der Welt sein. 7

B. Das Man. 8

C. Befindlichkeit und Verstehen. 8

D. Angst und Sorgestruktur des Daseins. 9

E. Das Sein zum Tode. 9

G. Gewissen, Schuldigsein und eigentliche Existenz. 10

H. Die Zeitlichkeit 10

I. Geschichtlichkeit und Wiederholung. 11

 

Biographie Heideggers:

 

-         1889 in Meßkirch geboren

-         verbringt sein Leben im Schwarzwald und in Freiburg

-         lebt auf einem Berg in einer einfach ausgestatteten Hütte

-         H. arbeitete erst als Dozent in Freiburg und dann als Professor der Philosophie in Marburg[1]

-         Seine Schüler sind heute Theologen, Philosophen und andere Wissenschaftler

-         H. befasst sich mit der Ontologie[2]

-         H. war ein überzeugter Nazi und auch der Partei angehörig

-         Er übte großen Einfluss auf seine Schüler und vermittelte auch diesen rassistisches Gedankengut in seinen Vorlesungen[3]

-         wegen diesem Irrtum büßt er später sein Lehramt ein und entfernt sich von der Politik und der Öffentlichkeit

-         er tritt nur noch in esoterischen Kreisen auf

-         Heideggers Philosophie ähnelt der Grundinterpretation Jaspers[4]

 

 

 

Die Gesichtspunkte der heideggerschen Philosophie

 

-         „Existenz“ ist das unbedingteste Seinszentrum im Menschen

-         innersten Pol des eigenen Seins

-         nicht nur die bloße Tatsache, dass der Mensch ist, gemeint, sondern das

„Dasein„

-         Existenz ist eine Möglichkeit, welche der Mensch ergreifen oder verfehlen kann.

-         bis zu seinem Ende lebt der Mensch in der uneigentlichen Existenz, des bloßen Daseins

-         das eigentliche Existieren erfordert nicht bloß wertmäßige, oder vitale Steigerung des Lebens, sondern eine gänzliche Umkehr des Menschen.

-         Ein Sichzurückholen aus der „Verfallenheit“ des Alltags

à die Eigentlichkeit des Selbstseins

 

-     H. bezeichnet es als einen Kampf gegen die „ natürliche Einstellung“

 

-     Der Mensch ist kein Ding, sondern ein Wesen dem es um das eigene Sein geht und um das Verhältnis zu sich selbst

à darin äußert sich die Existenz

-     die heideggersche Problemstellung lautet:

Was ist der Sinn vom Sein? Wo wird dem Menschen das Sein zugänglich, nach dem er fragt?[5]  à zentralen Fragen

-     im Alltag oft gebraucht, z.B. „Das Wetter ist schön„

-     Jedoch nur in begrifflichen Ausprägungen, wenn wir „ Sein“ verstehen, aber den     eigentlichen Begriff des Seins entbehren

-     diese grundsätzlichen, allgemeinen Fragen bringen ein sich Auseinandersetzen mit dem konkreten mit sich

-     das menschliche Seinsverständnis ist der Ausgangspunkt um das Seinsproblem zu          behandeln

-     in jedem Menschen waltet Seinswissen[6]

      àMensch = Ort des Verstehen des Sein

-     Er spricht von „In-der- Welt-sein“ und von „Mitsein mit Menschen„

      àder Mensch existiert unter anderen Seienden“[7]

-     H. nennt seine Untersuchung „ Fundamentalontologie“

-     hierbei ist der Mensch nicht das Untersuchungsobjekt, sondern ein Durchgangs-medium zum Zweck der Gewinnung eines Seinsbegriff

-     in dem Fall steht nach existenzphilosophischen Grundeinstellungen die Endlichkeit des Menschen im Vordergrund

-     H. bezeichnet den Menschen in all seinem Tun und Lassen als „ In –der –Welt-sein

oder à die Welt „draußen“

Grundcharakter der Existenz:

-     Existenz ist vielmehr eine gleichzeitige Beziehung zu sich selbst zu

 

-     Die Charakterisierung des Menschen als eines Seienden, dem es um das eigene selbst geht, wird später „ Sorge „ genannt

-     dem Menschen geht es nach H. um das eigene Sein, diese Grundlage könnte zu der Annahme führen, dass Menschen mit Ihren egozentrischen Einstellungen den Ausgangspunkt für H. Analyse bilden

-     Dieses ist jedoch nicht so, denn im existenziellen Sein ist die Beziehung zu Welt wesentlich

-     Es ergibt sich die prinzipielle Möglichkeit dass das Selbstsein erst durch Hingabe an andere gewonnen wird[8]

 


 

Wohin führt die Frage nach dem Sein?

In Heideggers Philosophie besteht der Gedanke, daß, je höher wir in der Stufenordnung der realen Welt steigen, desto einmaliger, individueller, zeitlicher und geschichtlicher wird das Seiende. Mit der Frage nach dem Sein wagen wir uns an den Rand der völligen Dunkelheit. Das Sein bildet den Horizont allen Verstehens, Fühlens und Erkennens. Doch Anstelle einer optimistischen Grundstimmung, stößt man auf eine aller Inhaltsfülle entkleideten Existenz mit einer tragischen Grundstimmung.

 

 

Die Möglichkeiten

Nach der Existenzidee Heideggers, steht der Mensch in der Fülle der Möglichkeiten, aus denen heraus er sich versteht. Der innerste Kern des menschlichen Wesens machen die Möglichkeiten aus, in denen er lebt. Der Mensch aber entnimmt die Möglichkeiten nicht dem ureigensten Selbst, sondern verliert sich an zufällige oder vorgegebene Möglichkeiten. Doch das Spektrum an Möglichkeiten das wir haben, ist weitaus größer und tiefgehender, als wir meinen. Der Möglichkeitsbegriff ist grundsätzlich und fließt in den Begriff der Existenz mit ein. Heidegger charakterisiert den Menschen als ein Seiendes, dem es einerseits um das eigene Sein geht, und dessen Möglichkeiten ihm ein Seinkönnen ermöglichen.

 

 

Die Individualität         

Der Auffassung des Menschen, sich als zufälliges Exemplar seiner Gattung zu sehen, begegnet Heidegger  mit der Tatsache, dass das Sein des Seienden „je meines“ ist. Der Mensch sieht sich aus eigener Perspektive und existiert aus sich selbst heraus, nicht nach fremdem Gesetz. Hier liegen die Möglichkeiten der eigenen Existenz. Das Sein eines jeden wird immer auch von dessen Standpunkt beleuchtet.

Ein Wesensgesetz der Existenz ist ein Hinausgehen über sich selbst. Das Sein des Menschen ist ein Möglichsein, er lebt ein „Noch-nicht“, dabei muß er den gegenwärtigen Zustand fortwährend übersteigen. Der letzte Überstieg ist das Transzendieren alles Seienden zum Nichts.(Ausführung „Nichts“später)

Um sich dessen bewußt zu werden, muß der Mensch in einem Verstehensmedium leben, Heidegger nennt dieses Medium „Welt“. Auch wenn die Welt als unverständliche, einschränkende Macht erlebt wird, ist sie es, durch die hindurch sich die Existenz verwirklicht.

 

 

Von der Angst, über die Verzweiflung zur Möglichkeit der Existenz

Nach Heidegger ist die Welt in der wir leben durch und durch unfaßbar und absurd. Die Welt ist etwas unheimliches. Dem Menschen offenbart sich die eigene Ungeborgenheit und die unbestimmte Angst.

In dieser Angst wird das Sein des Menschen in Frage gestellt. Wissen und Glaube brechen zusammen, das Vertraute verschwindet. Der Mensch ist in einer Situation, in der nur noch das Selbst in Einsamkeit und Angst vorhanden ist. Dies ist der Ausgangspunkt, in welchem der Mensch zur Entscheidung gedrängt wird. Wenn die Angst ausgehalten wird, kommt man von der Uneigentlichkeit in die Eigentlichkeit der Existenz. Oder man lenkt sich ab von der Angst, flieht in die Welt, hin zum Alltag, zum Uneigentlichen. Diese übertönte Angst verursacht Schwermut. Die Verzweiflung bahnt sich einen Weg an die Oberfläche und mit ihr die mögliche Existenz. Denn die Preisgabe an die Verzweiflung, hat den Gewinn der Existenz zur Folge. Indem man also die Angst aushält und sich der Verzweiflung preisgibt, erkennt man die positiven Möglichkeiten der eigentlichen Existenz.

 

 

Geschichtlichkeit

 

 

 Der Tod

An dieser Stelle tritt der Tod auf. Jeder stirbt seinen eigenen Tod, den Tod erfährt jeder individuell.

Der Tod ist immer gegenwärtig, ist immer möglich und stellt die Grundlage für die Begriffe „eigentliche Existenz“ und „Endlichkeit“. Um das Endlichkeitsbewußtsein zu erlangen, muß das Todesbewußtsein die Grundlage sein. Ohne den Tod gäbe es keine eigentliche Existenz, da diese nur  im Aushalten der unbestimmten Möglichkeiten des Todes besteht.

 

 

Tod und Zeit

In welchem Zusammenhang steht aber der Tod mit der Zeit? Die Zukunft besteht aus den Möglichkeiten, die jeder ergreifen kann und auch aus der unbestimmten Möglichkeit des Todes, der Gedanke an ihn begleitet uns durch das Leben. Der Tod tritt in der Zukunft ein, spielt jedoch in der Gegenwart bereits eine große Rolle. Daraus ist zu schließen, daß im Wesen der Zeit die Rückbezogenheit der Zukunft auf die Gegenwart liegt.

 

 

Analyse von Sorge, Schuld und Gewissen

Existenzphilosophische Auffassungen stehen in engem Zusammenhang mit religiösen und theologischen Vorstellungen. Denn zum Beispiel ist die Sorge in Heideggers Verständnis die zusammenfassende Charakterisierung des Wesens der menschlichen Existenz. Der Mensch liebt sich selbst, und sorgt sich um das eigene Heil. Er ist ein Seiender, dem es um das eigene Sein geht. Doch Heidegger strengte eine rein immanente Auslegung der Begriffe an:

Schuld ist das existenzielle Apriori des Menschen. Hervorgehend aus der  christlichen Auffassung der Erbsünde als einmaliges, christlich - historisches Ereignis.

Aus dem Gewissen, das wir als Ruf Gottes kennen, wird der Ruf der Existenz selbst. Durch diese Begriffsauslegungen, kamen Kritiker dazu, H. als abtrünnigen, christlichen Theologen zu sehen.

 

Das Nichts

 

Um das Sein beschreiben zu können, muß man es anderem gegenüberstellen  können:

 „In der Angst offenbart sich dem Menschen sein Sein als ein Hineingehaltensein in das Nichts.“

Heidegger beschreibt also das Nichts als Angst, und stellt dieses dem Sein gegenüber.

Das Sein wird also vom Nichts abgegrenzt, von der Stimmung der Angst. Derjenige der Heidegger verinnerlicht, erfährt das Nichts in der Angst als ein existentielles Geschehen, die Seinsfrage wird für den Erkennenden sinnvoll.

 

 

 

Die Ontologie des endlichen Seins

 

A. Seinsproblem und in der Welt sein

 

-Ausgangspunkt für das Seiende ist für Heidegger die Frage nach dem Sinn des Seins

-Ein vages Seinsverständnis ist ja bei jedem Gebrauch des Wortes „ist“ in seinen verschiedenen Formen festzustellen

-Der Mensch ist Dasein, das nicht nur ist, sondern dem es immer auch um dieses sein Dasein geht

-Das Was-sein ist als eine ihm mögliche Weise zu sein zu begreifen, nicht als mitgegebene Summe von Eigenschaften.

-Das Sein des Menschen ist somit als Möglich-Sein zu fassen, er verhält sich zum eigenen Sein als Möglichkeit

-Die Grundverfassung des Daseins ist das In-der-Welt-Sein. Es meint das vertraute Sichaufhalten bei etwas, das Wohnen bei. Heidegger nennt diese Grundverfassung auch „Besorgen“.

-Das „Besorgen“ zeigt sich in Verhaltensweisen wie z. B. das zutun haben mit etwas, das Herstellen von etwas, das Verwenden von etwas, Unternehmungen, etc.

 

 

B. Das Man

 

-Zumeist befindet sich das Dasein nicht im Modus der Eigentlichkeit des Selbst-Seins, sondern in der „Verfallenheit an das Man“

-Das „Man“ ist das Uneigentliche, das Unverbindliche

-Im „Man“ lässt sich das Dasein sein Sein von anderen abnehmen, indem es sich aus dem versteht, was man tut, d. h. in der Durchschnittlichkeit und Alltäglichkeit lebt.

-Heidegger beschreibt den Zustand des „Verfallens“ als das ständige und unablässige Hineingewirbeltwerden des Menschen in die Uneigentlichkeit und Bodenlosigkeit des Man.

Das „Man“ ist also das Subjekt der Existenz.

 

 

C. Befindlichkeit und Verstehen

 

-Unter Befindlichkeit wird die Stimmung verstanden. In ihr erschließt sich dem Dasein die Tatsächlichkeit, dass es ist.

-Diese Erfahrung stellt sich nicht bloß bisweilen ein, sondern vollzieht sich ständig, weil der Mensch immer irgendwie gestimmt ist.

-In der Stimmung erfährt das Dasein die Unheimlichkeit der Überantwortung an es selbst. Diese Überantwortung nennt Heidegger „Geworfenheit“. Das menschliche Dasein findet sich immer schon an einen bestimmten, unverwechselbaren, seinem Wollen entzogenen Ort vor, es ist „geworfen in sein Da“. Die „Geworfenheit“ beschreibt auch die Faktizität, die dem Menschen anzeigt, dass er sein Dasein zu übernehmen hat, ohne um den tieferen Grund des „Woher“ zu wissen.

-Das Verstehen ist nach Heidegger ein zweiter existenzialer Grundmodus des Daseins. Es bezieht sich auf Möglichkeiten, hat den Charakter des Entwurfs.

 

-Im Gegensatz zur Passivität der Stimmung kehrt das Verstehen eher das aktive Moment hervor.

-Verstehen im Sinne Heideggers meint „einer Sache gewachsen sein“, „etwas können“.

-Verstehen wird im Modus der Uneigentlichkeit zu Gerede (= Verlust der Beziehung zu dem worüber die Rede ist), zu Neugier (= resultierend aus der Unfähigkeit sich Informationen anzueignen und zu vertiefen) und zu Zweideutigkeit (= Unfähigkeit Echtes von Unechtem zu unterscheiden).

 

 

D. Angst und Sorgestruktur des Daseins

 

-Die Angst ist die menschliche Grundverfassung.

-Die Angst ängstet sich nicht so sehr vor anderem Seienden, sondern um da In-der-Welt-Sein als solches. Schärfer gefasst: um die Möglichkeit des Nicht-Seins

-Angst kann den Menschen bis zu jenem Punkt bringen, wo die Freiheit für das eigentliche Selbstsein zu ergreifen ist. Nach Heidegger aber versagt der Mensch zunächst und zumeist gegenüber dieser Aufgabe.

-Die Angst allein vermag den Menschen aus dem Verfallen an Welt und Öffentlichkeit zurückzuholen.

-In der Angst eröffnet sich dem Dasein auch seine Endlichkeit und Nichtigkeit, indem es sich als das „Sein zum Tode“ erfährt. Das Vorlaufen in diese äußerste seiner Möglichkeiten enthüllt dem Dasein seine Verlorenheit an da „Man“ (weil es im Tod keinen Halt an anderen mehr gibt) und bringt es dahin, selbst zu sein und sich in seiner Ganzheit, zu der auch das Sein zum Tod gehört, zu begreifen.

-Die Angst ist also die radikale Erfahrung, in der dem Menschen das Seiende im Ganzen entgleitet: er begegnet seinem eigenen Tod

 

Die Grundstruktur des Daseins ist die Sorge als Einheit von: Existenzialtiät (Seinkönnen) + Faktiziät (Geworfensein) + Verfallenheit (Man)

 

 

 

E. Das Sein zum Tode

 

-Der Tod ist nach der Vorhandenheitsontologie ein Zu-Ende-Sein des Daseins

-In Wahrheit aber durchzieht der Tod als Grenze das existierende Dasein ständig, das dieses um ihn weiß und sich dauernd mit ihm auseinandersetzt.

-Der Tod ist eine eigenste Möglichkeit des menschlichen Daseins, da:

            ¨ er nicht in Vertretung abgenommen werden kann

            ¨ er unbezüglich ist, da er alle Beziehungen zur Welt ausmerzt

            ¨ er unüberholbar ist, weil er die letzte Möglichkeit der lebenden Existenz 

    bedeutet

¨ er gewiß ist

¨ er unbestimmt ist, bezüglich seines faktischen Eintretens

-Der Mensch trivialisiert den Tod, indem er ihn als ein erst in der Zukunft eintretendes Ereignis ansieht, dass ihn gegenwärtig noch nichts angeht

-Tatsache ist jedoch, dass der Tod in jedem Augenblick eintreten kann. Das Wissen um diese Tatsache muss ausgehalten werden. Dieses Aushalten bezeichnet Heidegger als „Vorlaufen in den Tod“

 

 

G. Gewissen, Schuldigsein und eigentliche Existenz

 

-Das Gewissen ist ein tatsächlich auffindbares Moment am Dasein, welches zum eigentlichen Sein aufruft.

-In ihm ruft das Dasein sich selbst und zwar im Modus des Schweigens.

-Das Schuldigsein des Daseins ist das, was der Gewissensruf offenbar macht.

-Um die Möglichkeit seiner Eigentlichkeit weiß das Dasein durch den Ruf seines Gewissens.

 

 

H. Die Zeitlichkeit

 

-Wenn der Gewissenruf den Menschen zu seiner Nichtigkeit und Geworfenheit zwingt, so heißt das, dass er sich als das, was er immer schon war, übernehmen soll. In der Geworfenheit steckt somit die Gewesenheit.

-Zeitlichkeit ist die Einheit dieser Gewesenheit, der Gegenwart und der Zukunft, die sich als der die Sorge ermöglichende Sinn ausweist.

-Die Betrachtung des Todes ist für Heidegger der Schlüssel, um die Zeitlichkeit als Grund und Grenze des menschlichen Seins freizulegen.

-Zeitlichkeit ist das Grundgeschehen des Daseins. Dasein „hat nicht ein Ende in der Zeit, sondern existiert endlich“.

-Die eigentliche Existenz kommt erst in der Dreidimensionalität der Zeit zu ihrem vollen Recht: ¨ entschlossene Zuwendung zur Zukunft (Tod)

                        ¨ Zurückkommen auf die Nichtigkeit (Gewesenheit)

                        ¨ Ursprung der Kraft des existenziellen Augenblicks

-Die drei Dimensionen der Zeitlichkeit ermöglichen dem Dasein seine Weltoffenheit:

            ¨ in der Gegenwart Seiendem zu begegnen

            ¨ zukünftige Möglichkeiten erfassen zu können

            ¨ Vergangenes als Vergangenes zu begreifen

-Verfügten wir über unendlich lange Zeit, so wäre nichts dringlich, nichts wichtig, nichts „wirklich“

 

 

I. Geschichtlichkeit und Wiederholung

 

-In der Zeitlichkeit ist auch die Geschichtlichkeit fundiert.

-Das Problem der Geschichtlichkeit steht im Zusammenhang mit der Frage, woher denn der eigentlich exisitierende Mensch die zu ergreifenen Möglichkeiten nimmt.

-Heidegger beantwortet diese Frage: Die Möglichkeiten entstammen dem Erbe, welches das Dasein sich überliefert.

Während das uneigentliche Dasein die zufällig kursierenden zweideutigen Gelegenheiten aufgreift, die ihm die Öffentlichkeit anbietet, geht die eigentliche Existenz ausdrücklich auf gewesene Existenzmöglichkeiten zurück, die sie sich aneignet.

 

 

-Der Mensch ist also ein wiederholendes Wesen. Die Wiederholung ist eine aus der Tiefe kommende Erwiderung des Dagewesenen. Die Entscheidung des Augenblicks verhindert, dass die Wiederholung von Dagewesenem zu einer einzigen Kopie der Vergangenheit im Heute wird.

 

           

 

 



[1] Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe, S. 274 f

[2] Ontologie: Lehre vom Seienden und den allgemeinen Prinzipien des Seins ( Großes Fremdwörterbuch )

[3] Benarroch, Myriam / Grasset, Jean – Baptist: Heidegger und der Nazismus, in: www.ediditions-verdier.fr/v2/oeuvre-heidegger.html, 23.2.2005

[4] Hauptströme der Gegenwartsphilosophie, S. 135 Philosophie

 

[5] Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe, S. 276

[6] Hauptströme der Gegenwartsphilosophie, S. 135 ff

[7] Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe, S. 276 f

[8] Hauptströme der Gegenwartsphilosophie, S. 135 ff