1.1 These: Eigeninteresse und Moral
1.2 These: Eigeninteresse und Gerechtigkeit:
2.2.1 Stadien des Vergleichens
2.3 These: Eine Vertragstheorie des Staatenrechtes
4 Hauptreferenzen und Literaturumfeld
Das Projekt besteht aus zwei großen Teilen: Mikroskopie und Makroskopie.
Die Mikroskopie beschäftigt sich mit einer schematischen Vorstellung der Gerechtigkeit, die hier mit „Gerechtigkeit als Schema“ bezeichnet wird.
Das Schema ist eine versteckte Realität. Der Begriff „Schema“ wurde bereits von den Antiken Philosophen erwähnt, hat aber bei Kant eine spezielle Funktion. Schema kann demnach als eine Invariante betrachtet werden, die ständig variierende Spektren der Wahrnehmung mit dem abstrakten Verstand verbindet. Das Schema ist eine Art Bild oder Modell, aber viel mehr ist es ein Weg oder eine Brücke zwischen dem Konkreten und dem Algemeinen. Durch Schema wird die versteckte Realität im Inneren des Menschen repräsentiert. Das Schema hat einen produzierenden Charakter.
Diese Arbeit soll nach einer Untersuchung des Schematismus nach Kant zeigen, dass eine Vorstellung der Gerechtigkeit als Schema in jedem Mensch existiere, die im Zentrum des Eigeninteresses liegt und das Eigeninteresse mit dem Fremdeninteresse verbindet: Jeder hat bereits für sich eine gerechte Welt erzeugt, in der die Ereignisse kausal miteinander verbunden werden (die schlechte Tat wird bestrafft und die gute belohnt). Die „Gerechtigkeit als Schema“ kann als Grundlage für eine ex-post-rationale Begründung der moralischen Handlungen betrachtet werden. Eine solche „Gerechtigkeit als Schema“ liegt im Definitionsbereich der natürlichen Tugend.
Aus diesen Überlegungen wird sich dann ergeben, dass die Autonomie der praktischen Vernunft nur als ein Ideal gelten kann.
Als weitere Untersuchungen gelten:
- Bei der „Gerechtigkeit als Schema“ handelt es sich um eine notwendig apostriorische Welt (wenn wir nach Kripke Metapysik und Erkenntnistheorie auseinander halten). Die Welt des Gerechtigkeitsschemas stellt sich als eine notwendige Welt dar, in der die Maximierung des Eigenwohls bestrebt ist. Wenn wir die These Kripkes für die Welt der Vorstellungen erweitern, so können wir folgern, dass eine notwendige Vorstellung nicht nur in der wirklichen Welt, sondern auch in allen möglichen Welten wahr ist.
- Deshalb kann die „Gerechtigkeit als Schema“ wie eine natürliche Tugend gesehen werden: nach Hume ist die Gerechtigkeit eine künstliche Tugend.
- Auch Goodmans Überlegungen sollen eine Rechtfertigung für die „Gerechtigkeit als Schema“ bringen: Goodman ersetzt die Struktur der Begriffe durch die Strukturen der verschiedenen Symbolsysteme und Schemas.
Im zweiten Teil der Arbeit (die Makroskopie) soll das bereits erhaltene positive Bild vom Eigeninteresse auf die kollektiven Interessen projiziert werden.
Beim Übergang von der Mikroskopie der Individuen zur Makroskopie der Kollektivität erhält die Verbindung zwischen Eigeninteresse und Rationalität mehr Schärfe. Die Staaten können sich gegenseitig nur rational gerecht (und moralisch) verhalten.
Die Ursache der Konflikte ist meistens die rationale Verbindung zwischen eingen-staatlichem und fremd-staatlichem Interesse.
Ein stabiler und gerechter Vertrag kann zustande kommen, wenn sich die Vertragspartner auf ihr eingen-staatliches Inetersse beschränken.
- Die Humesche und die Kantsche Moralphilosophie können in einem System des Erklärungs- und Bestimmungsmodells der Moral zusammengebracht werden.
- Ein solches System besteht einerseits aus deskriptiven und andererseits aus normativen Elementen. Eine Moralphilosophie braucht beides.
- Bei Kant drückt das moralische Gesetz nichts anderes aus, als die Autonomie der reinen praktischen Vernunft. Die Autonomie der praktischen Vernunft liegt in ihrer Freiheit. Diese Freiheit ist die formale Bedingung aller Maximen, unter der sie allein mit dem obersten praktischen Gesetze zusammenstimmen können. [1]
- Die Autonomie der praktischen Vernunft bleibt (u.a. wegen ihrer Normativität) ein Ideal. In der Tat sind die rationalen Entscheidungen Bestandteil der moralischen Handlungen. Dies gilt sowohl auf individuelle als auch auf kollektive Ebene.
- Autonomie der praktischen Vernunft ist ein Ideal und bleibt in diesem Sinne rein theoretisch (also eine theoretische praktische Vernunft). Daher vernünftig ist, im Rahmen der bestehenden menschlichen Interessen zu einigermaßen vernünftigen Konzept zu gelingen.
- Humes Erklärungsmodell besteht in der fundamentalen Unterscheidung von zwei Tugenden: künstliche und natürliche
- natürliche Tugend haben eine biologische Ausstattung: Freigibigkeit, Nachsicht, Mildtätigkeit, Nächstenliebe, Mäßigung, Unparteilichkeit à Überlegungen kann man abwägen, dann entscheiden à Wohlwollen gegenüber den Mitmenschen à Sympathie: Fähigkeit, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen und ihre Gefühle zu teilen
- künstliche Tugend sind menschliche Erfindung: Respektierung fremden Eigentums, Regeln für Eigentumsübertragung, Einhalten von versprechen, Einhalten von abgeschlossenen Verträgen, Loyalität gegenüber der Staatsregierung à starre Regeln
- Künstliche Tugenden haben für Hume nicht die Aufgabe zwischenmenschliche Sympathie zu verbessern, sondern bestehenden Grenzen der menschlichen Sympathie durch Rücksichtnahme auf andere entgegenzuwirken.
- Die „drei Grundregeln der Gerechtigkeit“ (Der Achtung fremden Eigentums, die Ehrlichkeit und das Einhalten von Versprechen) sind Humes Haupttugenden.
- Nach Hume ist bei fast allen Menschen Sympathie und Altruismus entscheidend, wie die Einstellung des Menschen zu seinem Mitmenschen ist. Allerdings sind Intensität und Reichweite des Wohlwollens gegenüber andere begrenzt. So zählen primär doch das eigene Wohl und dann das Wohl von Nahestehenden, usw., usw.
- Die menschliche Intelligenz befähigt abzuwägen zwischen langfristigen Interessen und momentaner Leidenschaft.
- Die Knappheit der Güter, die Beschränktheit des menschlichen Wollens und Denkens, sowie die Fähigkeit zur Kalkulation langfristiger Eigeninteressen führen zur Aufrechterhaltung der künstlichen Tugenden.
- Die entscheidende Triebkraft ist allerdings das Abwägen. Durch Intelligenz, Selbstinteresse, Self- Love, wird statt ewig Krieg zu führen, zu kämpfen und in Konflikte zu geraten, das langfristige Eigeninteresse bevorzugt.
- Das Moralsystem, das zwischen den Staaten besteht ist liberaler als das, welches unter Privatpersonen herrscht.
- Jeder von uns kennt die Situation, in der Jemand etwas Böses tut, wir mit der Überzeugung, dass er seine Strafe von selbst bekommt, zufrieden geben. Irgendwann passiert ihm ein Unglück und so kommen wir zur Bestätigung unserer Überzeugung. à wir haben für uns bereits eine gerechte Welt erzeugt, in der wir die Ereignisse kausal miteinander verbinden.
- Schema nach Kant: Einem Schema liegt ""direkt kein Gegenstand, auch nicht einmal hypothetisch"" zugrunde. Es dient nur dazu, um andere Gegenstände, vermittelst der Beziehung auf diese Idee nach ihrer systematischen Einheit, mithin indirekt uns vorzustellen.",
- Wir machen das, weil wir uns rechtlich nicht in einer sicheren Lage befinden, gegen die Ungerechten zu handeln.
- Es gibt auch eine andere Art der gerechten Welt (Gerechtigkeit als Schema): wir versuchen unser Glück, als ein besseres Glück in Vergleich zum anderen zu interpretieren. Wenn wir reiche Menschen sehen oder über sie informiert werden, wollen wir so interpretieren, dass viel Geld oder diese oder jene Position oder Macht viel mehr Unglück als Glück bringt. Damit wollen wir uns mit unserem Eigeninteresse und Eigenglück zufrieden geben.
- Beide dieser Formen der subjektiven gerechten Welt, die mehr einen natürlichen Ursprung haben als gesellschaftliche, sind weder durch Anschauung noch durch Begriffe zu erklären. à diese gerechte Welt operiert als ein Schema, was hier als Schema der Gerechtigkeit bezeichnet wird.
- Gerechtigkeit ist menschlich und notwendig: Schema der Gerechtigkeit existiert in jedem Mensch: diese Gerechte-Welt ist nicht beschreibbar und existiert in Form der Hoffnung.
- Sie ist jedoch ein Begriff der Erfahrung (apostriori): auf die individuelle Ebene ist sie ein Gefühl der Zufriedenheit und Glücklichsein, die auf die subjektive Konstruktion der kausalen Verbindungen der Ereignisse zurückgreifen.
- Nach Kripke ist apostriori und notwendig möglich à Gerechtigkeit als Schema ist analytisch: um dieses zu wissen, brauche ich keine weitere Erfahrung, außer meinem Begriff von Gerechtigkeit!)
- Gerechtigkeit als Schema ist (inhaltlich gesehen!) weder kategorisch noch hypothetisch, sondern Mit Hoffnung verbundenen Wünsch: Handle stets so, dass du durch dein Handeln eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst als minderst.
- Die Gerechtigkeit als Schema ist ein Prinzipunabhängiger Wünsch aber kein Affekt, der eine Handlung verursacht.
- Die Frage der sozialen Kooperation als ein Problem der Wahl und Akzeptierung der sozial optimalen (kollektiven) Lösung des Gefangenen-Dilemmas (wie bereits erwähnt!)
- Rawls geht auf das Gefangenen-Dilemma im Zusammenhang mit der Bereitstellung öffentlicher Güter ausführlich ein und unterscheidet dabei im Anschluss an Sen (1976) zwischen dem Problem der Isolation und dem Problem der Gewissheit (Rawls,1975, abschnitt 45, S 300ff). Ersteres entsteht, weil die Beteiligten unabhängig voneinander nach Maßgabe ihres individuellen Nutzens entscheiden. Die Beteiligten können daher nicht ihr gemeinsames Interesse erkennen.
- Rawls ist der Auffassung, dass das Differenzprinzip dafür eine Lösung bereitstellt, denn es zeichnet, wie wir auch argumentiert haben, die sozial optimale Auszahlung als beste Möglichkeit aus.

- Im Vergleichen werden mindestens zwei Dinge oder Phänomene gegenübergestellt und in einem subjektiven Verhältnis gebracht. Vergleichen an sich ist kein Ausdruck für eine Eigenschaft. Erst den Inhalt des Vergleichens kann auf die Eigenschaft hinweisen. Daher ist Vergleichen an sich kein Prädikat und ist so etwas wie Existenz: Ich existiere oder ich vergleiche. In den beiden Aussagen treten weder Existenz noch Vergleich als Prädikat auf.
- Jedoch deutet Vergleichen auf einen Tatvorgang: "ich vergleiche" heißt so etwas wie "ich gehe" und ich mache etwas. Der Tatvorgang ist etwas, was dem Subjekt hinzugefügt wird, druckt aber keine Eigenschaft aus. Es handelt sich hier weder um Sein noch um Haben von etwas. Vergleichen ist die notwendige Bedingung aller unseren Tätigkeiten. Betrachten wir ein einzelnes isoliertes Individuum, das nie eine Gesellschaft gesehen und erlebt hat, so kommen wir zum Schluss, dass dieses Individuum selbst zum eigenen Überleben die Dinge und Gegenstände miteinander vergleichen muss. Vergleichen ist die Bedingung jedes Denkens und Gefühls, da wir nur relativ zum etwas denken und fühlen können. Vergleichen ist die Bedingung jeder Erfahrung. Das spricht für den apriori Charakter des Begriffs Vergleichens.
- Vergleichen ist aber selbst eine Erfahrung, die vielleicht ein Säugling noch nicht besitzt. Diese synthetische Eigenschaft des Vergleichens neben seinem apriorischen Charakter
- Die Fragen, die sich bei jedem Vergleich stellen, können wie folgt zusammengefasst werden:
1. Der Vergleichende: wer vergleicht? z.B. ich
1.
2. Die Vergleichsregeln: wer vergleicht wie und wann? Status des Vergleichens? z.B. simultan, status quo
2.
3. die Ergebnisse des Vergleichens: wie lautet das Vergleichsergebnis fuer jede mögliche Kombination der Vergleichungen des Vergleichenden?
3.z.B. mein Einkommem mit niedrigeren: mein Einkommen gut, mein Einkommen mit höheren: mein Einkommen schlecht.
3.
4. die Auszahlungen: welche Präferenzen hat der Vergleichende bzgl. der möglichen Vergleichsergebnisse?
4.Praeferenzen je nach Erreichbarkeit, Denkbarkeit:
4.
- Adam Smith: Ohne einigendes Prinzip für wahr, gut oder richtig ist weder ein Vergleich von Möglichkeiten noch eine Auswahl denkbar. Das Vergleichsprinzip ist konstitutiver Grund des Wahlphänomens.
- Neid ist ein universeller Begriff, den über seine Bedeutung weitgehend eine schweigende Übereinstimmung besteht.
- Neid ist so tief in uns verankert, dass jede Frage im Sinne Was und Warum über ihn leicht auf eine psychologische Ebene landen kann.
- In der Moralphilosophie wurde Neid immer als ein Unbegriff angesehen. In jedem Kulturkreis und in jeder Religion wird Neid als etwas Unmoralisches verurteilt. Wenn wir jedoch im Wesen des Neides eine egalitäre Gerechtigkeit feststellen können, kann der Neid wohl als ein moralphilosophischer Begriff untersucht werden: Im Neid setzt man sich in der Lage des anderen.
- Eine philosophische Abstraktion des Neides soll damit auf der Basis seiner Universalität erfolgen. Eine solche Abstraktion soll den Begriff Neid einerseits in seine strukturellen und funktionellen Komponenten auf soziale und individuelle Ebene empirisch projizieren, andererseits sein Verhältnis zu den bestehenden moralischen Normen erörtern.
- Neid ist eine menschliche Haltung und keine Handlung. Aus diesem Grund ist die Moralphilosophie von Adam Smith, die sich mit der moralischen Affekten und Haltungen beschäftigt, für die vorliegende Untersuchung von Bedeutung.
- Es ist Bemerkenswert, dass bei den alten Griechen nur die Funktion des Neides, nämlich die äußerliche Freude über den Übeln des Mitmenschen, in Betracht kommt und eine moralische Bewertung des Neides nicht thematisiert wird.
- Die Griechen hatten einen anderen Aspekt des Neides im Blick als wir: Während sie mehr auf seine möglichen sozialen Wirkungen achteten, steht für uns eher seine moralische Qualität auf dem Prüfstand.
- Nach Rawls vermeidet eine gerechte Gesellschaft jeden entschuldbaren allgemeinen Neid ihrer Mitglieder. Der Urzustand soll u.a. Neid ausschalten. Dies basiert aber auf eine idealisierte Ebene: Schleier des Nicht-Wissens über die eigene Lage und das eigene Interesse.
- Die Marktwirtschaft, so Rüdiger Safranski, brauche den Neid und die daraus folgende Rivalität. Neid verberge sich gleichzeitig auch hinter den Forderungen nach Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit. Beim gegenwärtigen Umbau der Sozialsysteme wird man deshalb mit der geballten Macht des Neides zu rechnen haben. Die philosophische Runde fragt sich, ob eine Gesellschaft erst dann funktioniert, wenn der Neid auch produktiv werden kann. Es gehe, so Peter Sloterdijk, letztendlich um das Betriebsgeheimnis unserer Gesellschaft.
- „Der Schmerz über die Bevorzugung eines anderen, verbunden mit eigenem Streben, ist Eifer; Streben, verbunden aber mit dem Wunsche, den Bevorzugten zurückzudrängen, ist Neid.
- Allein bei den Menschen verhält es sich anders. Unter diesen besteht erstens ein Wettstreit um Ehre und Würden, der bei den Tieren fehlt; deshalb herrscht bei den Menschen Hass und Neid und der daraus entstehende Aufruhr und Krieg.
- Soziale Komponente des Neides: Widerspruch zwischen den Erwartungen der Menschen und deren unzureichenden Erfüllung und Konkret einen ungleichen Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen oder wirtschaftliche Benachteiligungen.232
- Eine weitere soziale Komponente des Neides: Interesse an das Interesse des anderen.
- Ein bestimmtes Ding hat seinen Wert im Hinblick auf einen anderen Sachverhalt (Zweck), dieser hat selbst wieder seinen Wert im Hinblick auf einen dritten usw.
- Ein Vergleich kann in drei verschiedene Stadien erfolgen: Status qua, Status qua ante und Status qua Poste:
o Status Quo: wir vergleichen etwas im Gegenwart mit etwas anderem im Gegenwart à Wirklichkeit-Wirklichkeit-Vergleich, abgekürzt als W-W-V
o Status quo ante : wir vergleichen etwas Vorhandenes (im Gegenwart) mit etwas, was vorhanden war (in der Vergangenheit) à Wirklichkeit-Notwendigkeit-Vergleich, abgekürzt als W-N-V
o Status quo poste: wir vergleichen etwas im Gegenwart mit etwas in der Zukunft à Wirklichkeit-Möglichkeit-Vergleich, abgekürzt als W-M-V
- Während der Status quo einen assertorischen Charakter hat, besitzt der Status quo ante einen apodiktischen und den Status quo poste einen problematischen Charakter.
- Dementsprechend können wir von assertorischen, apodiktischen und problematischen Konflikte sprechen. Der von USA durchgeführte Krieg im Irak in 2003 ist ein Beispiel für die assertorische Dimension des Konfliktes zwischen Deutschland und Frankreich einerseits und der USA und die Verbündeten andererseits. Von der USA-Seite gab es Vergleiche mit dem zuvor durchgeführten Krieg in Afghanistan gegen den Terrorismus. Dieser Vergleich wurde jedoch von Deutschland und Frankreich verfechtet. Auf diese Grundlage wurde von den USA die Gleichsetzung des Krieges mit dem Kampf gegen den Terrorismus begründet. Solche assertorische Konflikte können auf ein zeitliches Geschehen gelöst werden.
- Die apodiktische Konflikte basieren auf ein Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Zuständen: der Ist-Zustand wird im Vergleich mit einem fern stehenden bzw. einem nah stehenden historischen War-Zustand gesetzt. Nahost-Konflikt kann hier als Beispiel gebracht werden: Die Israelis haben einen historisch fern stehenden Anspruch von Jerusalem, weswegen sie dort die Staat Israel begründeten. Die Palästinenser haben einen nah stehenden historischen Anspruch auf die Grenzen von 1976, was als ein Hindernis für Friedensabkommen gesehen wird. Die apodiktischen Konflikte sind schwer lösbar, da sich die Akteuren auf ihre apodiktische Lösungen beharren. Diese Vergleiche sind kein Neid, da sie sich nicht auf Personen (oder Gruppen) sondern auf bestimmten historischen Zuständen beziehen.
- Die Vergleiche mit Status quo poste sind problematisch, da es sich nicht um einen echten Vergleich handelt. Als Beispiel gilt der Konflikt um die CO2 –Reduzierung: Während die Umweltschützer für eine Reduzierung in einem bestimmten Zeitraum plädieren, tendieren die Industriestaaten dagegen. In dem Fall liegt der Vergleichzustand in der Zukunft. Ein problematischer Konflikt hat nur dann Aussicht auf den Erfolg, wenn er zu einem assertorischen oder apodiktischen Konflikt führt: Das Kioto-Abkommen (der apodiktischen Fall) war ein versuch in der Richtung, sich nicht mehr an einer Ungewissen Zukunft orientieren zu müssen, sondern auf ein gewissem Abkommen. Weiterhin das Verhalten der Musterstaaten (der assertorische Fall) wie Schweiz im Umgang mit der Umwelt kann als Vergleichsvorlage gelten.
- Die Vergleiche können allgemein auf zwei unterschiedliche Ebenen erfolgen: Interessenvergleich und Wertenvergleich. Dabei ist Neid ein Interessenvergleich.
- Wissen gesteuerte Vergleiche haben oft einen apodiktischen Charakter, während die die Vergleiche ohne Vorwissen hypothetisch sind.
Beispiel: Person A vergleicht sein Einkommen mit dem Einkommen von Person B. Je nachdem ob Person B mehr oder weniger verdient, fühlt er sich gut oder schlecht vorausgesetzt, dass es sich um die ähnliche Qualifikation handelt (Denkbarkeit oder erreichbare Welt).
|
Einkommen B |
Viel weniger |
weniger |
mehr |
Viel mehr |
|
Einkommen A |
undefiniert |
gut |
schlecht |
undefiniert |
- Dworkin kritisiert den Urzustand von Rawls:
o die Gründe für eine Wahl unter Unsicherheit völlig anderes sind als solche unter vollem Wissen.
o und dass deswegen die Gründe der Wahl von Ich (Urzustand) keine Gründe für die Entscheidung von Ich (aktual) sein können.
- Wenn das Eigeninteresse im Zentrum steht, dann ist die Differenz zwischen Ich (Urzustand) und Ich (aktuelle) aufgehoben à daher den Begriff „Dauerzustand“ kann rechtfertigt sein.
- Zu den gewichtigsten Verträgen gehören die zwischen verschiedenen Staaten. Hier gibt es meist die geringste Zusammenarbeit, jedoch die größten Konflikte.
- Internationale Verträge können auch den Ausbruch von Konflikten bewirken. Beispiel: Staat A sichert Staat B vertraglich Hilfe zu, wenn Staat B von Staat C angegriffen wird. Staat C greift nun Staat B an und Staat A ist sich nicht sicher, ob sie den vertraglichen Verpflichtungen nachkommen soll.
- Folglich stellen ungewisse, aber vertragliche Zusicherungen ein größeres Problem dar, als der völlige Verzicht auf solche.
- Ausgehend von den erwähnten Fragen können auf der Grundlage der Demokratie folgende Differenzierungen unter den islamischen Ländern vorgenommen werden:
1) Länder, die weder staatlich noch gesellschaftlich demokratiefähig sind. Darunter zählen Saudi Arabien und viele andere arabische Ländern. Auf der Staatlichen Ebene wird die Demokratie bewusst abgelehnt. Auf der gesellschaftlichen Ebene sind der Islam und seine politische Ideale überwiegend verinnerlicht. Die Untersuchung der zweiten Frage, eine Demokratie im islamischen Kontext, kann für solche Gesellschaften die Chancen für einen Übergang zur Demokratie erhöhen. (Status A in der Abbildung)
2) Länder, die staatlich demokratiefähig sind aber nicht gesellschaftlich. Aktuelle Beispiele sind Afghanistan und Irak. Auch soll für diese Länder die Erörterung der zweiten Frage, nämlich Demokratie im islamischen Kontext die Übergangsmöglichkeit anbieten. Es besteht nämlich die Gefahr für einen absoluten Totalitarismus nach einer demokratischen Wahl. (Status B in der Abbildung)
3) Länder, die gesellschaftlich demokratiefähig sind aber nicht staatlich. Darunter kann man noch zwei Sorten des Staaten unterscheiden:
a. Theokratisch orientierte Regierungen, wie Iran.
b. Westlich orientierte Regierungen, wie Ägypten.
Für die bedien Fällen ist die Demokratie im säkularen Kontext realistisch und soll bestrebt werden. Die Erörterung der Frage, nach der Vertragsmöglichkeit zwischen säkularer Demokratie und Islam spielt hier eine wichtige Rolle. Weiterhin sollen hier die Kohärenzmöglichkeiten zwischen Islam und Demokratie auf der Ebene eines säkularen Staates in Betracht gezogen werden (Status C in der Abbildung).
4) Länder, die sowohl staatlich als auch gesellschaftlich demokratiefähig sind und sich auf diesem Prozess befinden, Beispiel Türkei. Da die Gefahr des islamischen Fundamentalismus für solche Länder immer besteht, wäre hier auch ein Vertrags- bzw. kohärenztheoretischen Ansatz ein Garant für die Demokratie. (Status D in der Abbildung
In der Abbildung sind diese Klassen veranschaulicht:

Entsprechend dieser Klassifikation sind dann folgende fortgeschrittene Übergänge möglich:
1) von A nach B
Auch wenn die gesellschaftlich die Rahmenbedingungen für eine demokratische Gesellschaft nicht vorhanden ist, bleibt diese Option offen, ob die Staatliche Funktion in seiner zentralistischen Infrastruktur einen sozialen Kontext besitzt. Das wirtschaftliche Indiz des Wohlstands ist hier ein bestimmender Faktor. Ein Beispiel dafür ist Libyen: Auch wenn es sich dabei um einen Polizeistaat handelt, ist dort die Lebensversorgung hinsichtlich der Kranken- und Rentenversicherung und weiterhin die Frauenrechte weitgehend für die Gesellschaft optimiert. Für diesen Übergang, im totalitären Kontext, ist allein der zentralistische Staat durch ihre totalitären Werkzeuge verantwortlich. In dem Fall ist kein Vertragsbasierenden Konsens notwendig. Deshalb tritt diesen Fall nicht in Betracht dieser Arbeit. Es gibt aber einen weiteren Fall in dieser Kategorie, in der die totalitäre Regierung in Folge eines Putsches oder externen Einmischung zu demokratischen Prinzipien auf der Staatlichen Ebene verpflichtet wird. Ein Beispiel hierfür ist Irak. Eine stabile Demokratie kann hier nur auf einen stabilen Vertrag unter Vertragspartner möglich, sonst besteht immer die Gefahr der Rückkehr in den alten Zustand A.
2) von A nach C
Auch wenn gesellschaftlich weitgehend die Möglichkeit für eine Demokratie vorhanden ist, totalitäre und Dispute Staaten sind hier einen großen Hindernis. Ein Land wie Iran ist hier ein gutes Beispiel auf die theokratische Ebene. Ein Beispiel auf die Westlichorientierte Ebene wäre Ägypten.
3) von A nach D
In dieser Kategorie gehören die Länder, in denen eine gesellschaftliche und staatliche Veränderung durch eine demokratische Revolution zustande kommt. Dafür gibt es kein Beispiel, was dafür spricht, dass diesen Fall keine reale Struktur besitzt.
4) von B nach C
Diese Kategorie kann ebenfalls außer Betracht genommen werden, da keinen realistischen Wert hat.
5) von D nach C
Ebenfalls diese Kategorie ist nicht realistisch und gibt es kein Beispiel
…….
· Warum überhaupt der Begriff „Schema“ und nicht z. B. eine prima facie Moralvorstellung?
· à Schema hat einen produzierenden Charakter und ist keine einfache Vorstellung!
· Handelt es sich bei der „Gerechtigkeit als Schema“ viel mehr um ein Wohlergehen oder Gerechtigkeit im rechtlichen Sinne?
· à Wohlergehen
· Welche Voraussetzungen müssen die Staaten im Dauerzustand erfüllen?
· à Sie müssen nicht, wie beim Rawls’ Urzustand gewisse moralische Prinzipien gebunden sein, da sie sich ihr Eigeninteresse vertreten und verteidigen müssen.
· Wie können die Staaten zum Vertrag zusammen gebracht werden, wenn sie kein „Interesse“ dafür zeigen?
· à Ein Weltstaat wie UN soll als „Interessenbeobachter“ tätig sein.
· Warum Staatenrecht, wenn die meistens internationalen Verträge einen Völkerreckscharakter haben?
· ??? à eventuelle Erweiterung der Theorie für Völerrechtes??
Immanuel Kant: Gesamtwerke über die Schematismuslehre
Saul A. Kripke: Naming and Necessity, Harvard 1980
David Hume: Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, Reclam 1975
Nelson Goodman: Weisen der Welterzeugung, Suhrkamp, 1990
John Mackie: Ethics, Pengium Books 1977
John Mackie : Hume’s moral theory; 1980
John Rawls: Political Liberalism, Columbia univ. 1996